Psychotherapeutische Praxis in Berlin (Charlottenburg)

Somatic Experiencing

Somatic Experiencing (SE) ist eine von Peter Levine in den vergangenen 45 Jahren entwickelte Therapieform, die sich darauf konzentriert, Symptome chronischen und posttraumatischen Stresses aufzulösen.

SE lenkt dafür die Aufmerksamkeit des Klienten auf innere organische und muskuläre Empfindungen und weniger auf kognitive oder emotionale Erfahrungen. Damit unterscheidet SE sich von kognitiven Therapien.

SE ist keine Konfrontationstherapie. SE vermeidet ausdrücklich das direkte Wachrufen traumatischer Erinnerungen. Stattdessen wird sich den belastenden Erinnerungen indirekt und nur schrittweise genähert. Dabei werden neue sinnlichen Erfahrungen ermöglicht, die auf körperlicher Ebene den alten Erfahrungen von Überwältigung und Hilflosigkeit widersprechen und diese damit korrigieren können.

Ein Trauma entsteht in einer als lebensbedrohlich empfundenen Situation, in der dem oder der Betroffenen Flucht oder Angriff nicht (mehr) hilfreich erscheinen und es daher zum Zusammenbruch oder zur Erstarrung (Immobilität) gekoppelt mit großer Angst kommt.

Die Immobilität ist (wie bei Tieren auch) eigentlich eine normale Überlebensreaktion des Nervensystems; problematisch wird es jedoch, wenn das Nervensystem in dieser mit Angst verbundenen Immobilität stecken bleibt und nicht mehr zurückfindet in die Mobilität oder in den Fluss des Lebens. Auf diese Weise entstehen eine Vielzahl desorganisierter Handlungen und die eigenen Grenzen können nicht mehr adäquat gesetzt werden. Die Angst kann bewirken, dass der Betroffenen, sobald er aus dem Bereich der Immobilität heraustritt, in den Kampf- bzw. panischen Flucht-Modus gerät, was zu Panikattacken aber auch zahlreichen körperlichen Krankheiten führen kann.

Der Weg der Heilung besteht darin, eigenen Empfindungen in einem sicheren Raum zu erforschen und dabei zu erleben, dass diese sich immer auch ändern können. Indem der oder die Betroffene so Schritt für Schritt darin unterstützt wird, die eigenen heftigen Emotionen zu halten, ohne davon überwältigt zu werden, entsteht gleichzeitig die Möglichkeit, die darin gebundenen enormen Überlebensenergien frei zu setzen für eigene aktive Reaktionen. Ziel ist eine entspannte, dynamische Wachheit im Hier und Jetzt.